Ringvorlesung

WahnSinn in Literatur und Künsten

Der Wahnsinn gehört als Faszinosum oder Trauma zu den großen Themen der Literatur und der Kunst. Homers Ajax, der rasende Roland, Don Quijote oder Nathanael in E.T.A. Hoffmanns Sandmann sind berühmte Beispiele dafür. Die Vorlesungsreihe wird sich fragen, warum der Wahnsinn so attraktiv für die Kunst ist, wie und warum Kunst und Wahnsinn Bündnisse eingehen, warum Kunst Wahnsinn sein kann. Die Vorträge gehen diesen Fragen in einer (medizin-)historischen und medialen Perspektive nach. Sie beziehen sich auf Literatur, Malerei, Musik und Film. Mit einem Themenspektrum, dass von der Antike über das Mittelalter zu den großen Wahnsinnsrepräsentationen von Renaissance (Ariosto, Tasso, Cervantes, Shakespeare) und Romantik (E.T.A. Hoffmann) führt. Mit Beiträgen zu den hysterischen Heldinnen der Realisten, den Bewusstseinsspaltungen in der amerikanischen Literatur sowie der für das moderne Künstlergenie symptomatischen Krankengeschichte (Van Gogh) werden aber auch psychiatrie-kritische Tendenzen sowie die Pathologisierung bestimmter gesellschaftlicher und geschlechtlicher Gruppen angesprochen. Die Vorlesungsreihe beginnt und endet in der Gegenwart: Die Gestaltung des Wahnsinns im modernen Kultfilm, in den Monodramen Schoenbergs und Rihms sowie in dem 2011 publizierten Roman Muttersohn von Martin Walser bestätigt die Aktualität des Themas.

Zeit und Ort

Die Ringvorlesung findet ab 22. Oktober 2013 immer dienstags um 19.30 Uhr an der Neuen Universität am Sanderring in Hörsaal 166 statt. Den Flyer mit dem Vortragsprogramm finden Sie hier als Download. Gedruckte Flyer und Plakate erhalten Sie am Neuphilologischen Institut, Romanistik.

Anrechnung für das Studium

In der Ringvorlesung können im ASQ-Bereich 3 ECTS-Punkte erworben werden.

Informationen zu den Anforderungen für den Erwerb der ECTS-Punkte erhalten Sie hier.


Organisation und Kontakt

Prof. Dr. Gerhard Penzkofer, penzkofer@uni-wuerzburg.de

Neuphilologisches Institut - Romanistik
Am Hubland, D-97074 Würzburg
Tel.:  (0931) 31-85680

 

Prof. Dr. Irmgard Scharold, irmgard.scharold@uni-wuerzburg.de

Neuphilologisches Institut - Romanistik
Am Hubland, D-97074 Würzburg
Tel.:  (0931) 31-85688

In Kooperation mit der Graduate School of the Humanities und dem Würzburger Kolleg "Mittelalter und Frühe Neuzeit".

 

Bitte beachten Sie: Der Vortrag von Herrn Dr. Markus Fellner am 22.10.2013 entfällt! Die Ringvorlesung beginnt damit erst am 29.10.2013.

 

Programm


22.10.2013      Markus Fellner (München)

Der Wahnsinn im Kultfilm. Zum filmischen Diskurs psychischer Störung


29.10.2013      Michael Erler (Würzburg)

Wahnsinn und Erkenntnis. Vom Stachel der Götter zu Sokrates als Stachel


05.11.2013      Dorothea Klein (Würzburg)

tôrheit, tobesuht, unsinne: Konzepte von Irrsinn und Wahn im deutschen Mittelalter


12.11.2013      Michael Stolberg (Würzburg)

Melancholiker und Lykanthropen. Medizin und Wahnsinn in der Renaissance


19.11.2013      Brigitte Burrichter (Würzburg)

Wahnsinn als Identitätsverlust. Chrétien de Troyes, Ludovico Ariosto und Torquato Tasso


26.11.2013      Gerhard Penzkofer (Würzburg)

Don Quijotes Wahnsinn


03.12.2013      Beatrix Hesse (Würzburg)

"Sad and merry madness." Das Motiv des Wahnsinns in Shakespeares Tragödien und Komödien


10.12.2013      Wolfgang Riedel (Würzburg)

Unheimliche Matrix: E.T.A. Hoffmanns Wahnsinnserzählung "Der Sandmann" (1816)


17.12.2013      Bettina Gockel (Zürich)

Van Gogh: Ein moderner Künstler auf dem Seziertisch der Pathologen


07.01.2014      Irmgard Scharold (Würzburg)

Das Spektakel der Hysterie: Flauberts Madame Bovary und Claríns La Regenta


14.01.2014      Jochen Achilles (Würzburg)

Gesellschaftskritik und Bewusstseinsspaltung in amerikanischer Literatur


21.01.2014      Martin Zenck (Würzburg)

Von Sinnen - bei Sinnen - bei Trost: Wahnsinns-Szenen in Schoenbergs 'Monodrama' Die Erwartung und in Rihms Proserpina nach Goethe


28.01.2014      Friederike Günther (Würzburg)

Die Schönheit einer Welt in Scherben. Martin Walsers Irrenhaus-Roman Muttersohn (2011)